„Quäl‘ Dich doch nicht immer so!“ oder: Die zweite zuckerfreie Woche

Ich war heute mit meiner Mutter einen Kaffee trinken. Wir haben beide einen Espresso bestellt, dazu gab es neben dem Glas Leitungswasser (das für mich ein gutes Café ausmacht!) auch noch je einen Karamellkeks. Diese Kekse sind vegan, was meiner Mutter aber wohl nicht bewusst war. So sagte sie auch nichts, als ich ihr meinen Keks gab, nachdem sie ihren gegessen hatte. Dass ich vegan lebe, weiß sie, und darüber wird (meistens) nicht gesprochen.
Als ich dann aber erklärte, dass die Kekse zwar vegan sind, ich aber gerade keinen Zucker esse, meinte sie: „Quäl‘ Dich doch nicht immer so!“

Quäle ich mich? Nein. Ich verzichte nur für eine gewisse Zeit auf Zucker. Das mag manchmal, vor allem in den ersten paar Tagen, etwas unangenehm sein, aber mit quälen hat es nichts zu tun. Es ist vielmehr ein Versuch, durch zeitweisen Verzicht eine neue Wertschätzung für den „Luxus“ Zucker zu erlangen. Luxus deswegen, weil (zugesetzter) Zucker alles andere als lebenswichtig ist. Erst durch mein Zuckerfasten fällt mir so richtig auf, dass Zucker eben nur ein Luxus ist. Kekse, Kuchen, Ketchup, Schokolade, gesüßte Getränke und Fertigprodukte – all das braucht man nicht zwingend. Mir geht es auch ohne diese Sachen sehr gut. Dieser Keks heute hat mich nur noch wenig gelockt. Süßigkeiten zum Kaffee sind nichts anderes als eine Gewohnheit. Und Gewohnheiten kann man ändern. (Dazu mal mehr in einem anderen Post.)

Passend zu meinem heutigen Thema hat auch Matt Frazier gerade einen Artikel veröffentlicht, den ich nur empfehlen kann (wie seinen ganzen Blog): In Defense of Inconvenience

Unannehmlichkeiten sind nichts Schlechtes. Sie können das Leben bereichern. Ähnlich sehe ich meinen Zuckerverzicht, als bereichernden Versuch und nicht als Quälerei.

Die zweite Woche war insgesamt schon viel einfacher als die erste, wie man vielleicht merkt gewöhne ich mich an das zuckerfreie Leben und mag es sogar ein wenig. Ausnahmen habe ich gemacht für einen Aufstrich und die schon gekauften Frühlingsrollen in meinem Kühlschrank, beides listet an letzter Stelle in der Zutatenliste Zucker auf. Wie überflüssig! Ich bin sicher, dass sowohl der Bärlauchaufstrich als auch die Frühlingsrollen ohne Zucker ebenso gut bzw. schlecht geschmeckt hätten wie mit.

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